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Die Ferne lockt – Reisen mit Herzschwäche

Menschen, die unter einer Herzinsuffizienz leiden, sind häufig unsicher, welche Art von Urlaub sie sich und ihrem Körper zumuten können.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass auch Herzpatienten Reisen in fremde Länder unternehmen. Dennoch spielen neben der Schwere des Herzleidens auch immer das Reiseziel, das Transportmittel dorthin und die medizinische Versorgungslage am Zielort eine wichtige Rolle.

Reisen mit Herzproblemen © Alevtina Guzova

Reisen mit Herzproblemen © Alevtina Guzova

Was geht und was besser nicht?

Wer bereits nach wenigen Schritten in Atemnot gerät, sollte von einer Reise ins Hochgebirge oder in die Tropen besser absehen – diese würden Herz und Kreislauf zu stark belasten. Liegt ein Herzinfarkt oder ein Eingriff am Herzen erst kurze Zeit zurück, sollte die Reise lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Immer sollte ein Arzt in die Planung der Reise mit eingebunden werden – in einer Untersuchung kann dieser abklären, ob sich die Herzschwäche möglicherweise verschlechtert hat. Hält er den Patienten für reisefähig, kann er eine ausreichende Menge an Rezepten für unterwegs benötigte Medikamente ausstellen. Der Arzt wird auch die Verminderung aller Risiken anstreben und beispielsweise einen zu hohen Blutdruck auf möglichst optimale Werte senken. Prof. Dr. Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universitätsklinik Würzburg, sieht großes Potenzial in einer Behandlungsoption für die chronische Herzinsuffizienz, mit der nach Analyse einer wegweisenden Studie vermutlich jedem vierten Betroffenen geholfen werden kann.

Regeln für das Fliegen

Obwohl während eines Fluges der Luftdruck in der Kabine auf einem Niveau liegt, das einer Höhe von etwa 2.500 Metern entspricht, stellt eine Reise im Flugzeug für die meisten Insuffizienz-Patienten kein großes Problem dar. Dennoch sollte man wissen, dass Krankheitssymptome in diesem Umfeld eventuell schon bei niedriger Belastung auftreten können. Das Gleiche gilt natürlich auch für Aufenthalte im Gebirge. Der gesamte benötigte medizinische Bedarf gehört bei einer Flugreise ins Handgepäck. Aufgrund verschärfter Sicherheitsvorschriften muss heute für bestimmte medizinische Utensilien im Handgepäck ein ärztliches Attest vorgelegt werden, das deren Notwendigkeit an Bord begründet.

Ausreichend versichert?

Ganz wichtig: ein ausreichender Versicherungsschutz fürs Ausland – die Krankenkasse erteilt gern Auskunft darüber, ob dieser besteht. Auch der Abschluss einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung, die die Kosten eines Krankenrücktransports im Ernstfall übernehmen würde, kann sinnvoll sein.
© Diesen Beitrag stellte Walter Kleinschmidt unserer Redaktion zur Verfügung.

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